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Wie lange beträgt die typische Vorlaufzeit für die Fertigung von Stahlkonstruktionen?

2026-08-14 14:19:42
Wie lange beträgt die typische Vorlaufzeit für die Fertigung von Stahlkonstruktionen?

Verständnis der Lieferzeiten für Stahlkonstruktionen

Bei der Beschaffung von Stahlkonstruktionen gibt es keine einzige, feste Lieferzeit. Die Lieferzeit umfasst die gesamte kumulierte Dauer mehrerer klar abgegrenzter technischer, beschaffungsbezogener, fertigungstechnischer und logistischer Phasen.

Während eine einfache Stahlkonstruktion für die Fertigung 4 bis 8 Wochen benötigen kann, liegen die Fertigungszeiten bei komplexen Langfeldtragwerken oder Raumfachwerken bei 10 bis 18 Wochen oder mehr – ohne Berücksichtigung der Konstruktionszeichnung, der technischen Genehmigungen oder des Transports.

Aufschlüsselung des Zeitplans für die Beschaffung von Stahlkonstruktionen

  • Phase 1: Konstruktionszeichnung und Genehmigungen (3 bis 6 Wochen)

  • Phase 2: Materialbeschaffung (2 bis 8 Wochen)

  • Phase 3: Fertigung in der Werkstatt (4 bis 12+ Wochen)

  • Phase 4: Logistik und Lieferung (1 bis 8 Wochen)

Typische Zeitplan-Richtwerte

Projektkomplexität Werkstattzeichnungen und Genehmigungen Materialbeschaffung Werkfertigung Gesamterwarteter Zeitraum (ohne Versand)
Standardisierte Struktur (Portalrahmen, einfache Schuppen) 2 bis 4 Wochen 2 bis 4 Wochen 4 bis 6 Wochen 6 bis 10 Wochen
Mittlere Komplexität (Mehrgeschossige Gebäude, Industrieanlagen) 3 bis 5 Wochen 4 bis 6 Wochen 6 bis 10 Wochen 10 bis 16 Wochen
Hohe Komplexität (Raumfachwerke, Stadiondächer, schwere Rohrkonstruktionen) 4 und 8 Wochen 6 bis 8+ Wochen 10 bis 18 Wochen 16 bis 26+ Wochen

Die vier Phasen der Durchlaufzeit

Phase 1: Werkzeichnungen, Konstruktionszeichnungen und Genehmigungen

  • Dauer: 3 bis 6 Wochen

  • Übersicht: Bevor der erste Stahl geschnitten wird, erstellen Konstrukteure 3D-Modelle und fertigen Ausführungszeichnungen an. Diese Zeichnungen durchlaufen mehrere Prüfrunden durch den verantwortlichen Tragwerksplaner und den Generalunternehmer.

  • Haupttreiber: Fehlende Konstruktionsdetails, langsame Antworten auf Informationsanfragen (RFIs) sowie mehrfache Überarbeitungsrunden der Zeichnungen können den Beginn der Fertigung erheblich verzögern.

Stufe 2: Materialbeschaffung und Walzwerkverarbeitung

  • Dauer: 2 bis 8 Wochen

  • Übersicht: Die Fertiger erteilen Walzaufträge mithilfe einer vorläufigen Stücklistenaufstellung (Advance Bill of Materials). Gängige Profilquerschnitte können oft rasch aus vorhandenem Lagerbestand bezogen werden; maßgeschneiderte Blechgrößen, schwere I-Träger oder spezielle Rohrprofile hängen jedoch von den Produktionsplänen des Stahlwerks ab.

  • Haupttreiber: Verfügbarkeit des Walzwerks, regionale Stahlvorräte und Spezifikationen für Sondermaterialien.

Stufe 3: Werkstattfertigung und Oberflächenbeschichtung

  • Dauer: 4 bis 12+ Wochen

  • Übersicht: Die eigentliche Werkstattfertigung umfasst Schneiden, Bohren, Zusammenfügen, Schweißen, Prüfen und Aufbringen der Beschichtung.

  • Haupttreiber:

    • Schneiden und Einpassen: Automatisiertes CNC-Plasmaschneiden und Bohren beschleunigen einfache Layouts, wohingegen komplexe Geometrien umfangreiches manuelles Einpassen erfordern.

    • Schweißen und Prüfung: Hochentwickelte Verbindungen erfordern zertifizierte Vollstofnähte sowie zerstörungsfreie Prüfverfahren wie Ultraschall- oder Röntgenprüfung.

    • Oberflächenbehandlung: Oberflächenvorbereitung (z. B. Sandstrahlen nach Sa2.5) gefolgt von mehrschichtigen Lackierungen oder Feuerverzinkung verlängert die Bearbeitungszeit um weitere Tage.

Stufe 4: Logistik, Versand und Baustellenauslieferung

  • Dauer: 1 bis 8 Wochen

  • Übersicht: Transport fertiger Tragwerksbaugruppen zur Baustelle.

  • Haupttreiber:

    • Inländischer Transport: Führt typischerweise mittels Tiefladertransport 3 bis 7 Tage hinzu.

    • Internationaler Seefrachtversand: Die Seetransitzeit beträgt üblicherweise 20 bis 45 Tage, zuzüglich 3 bis 7 Tage für Zollabfertigung und Hafenumschlag.

Schlüsselfaktoren, die Lieferzeiten verlängern

  1. Unvollständige frühe Konstruktionsphase: Die Freigabe nicht genehmigter oder unvollständiger architektonischer Zeichnungen zwingt Detailplaner zur häufigen Einreichung von Anfragen zur Klärung (RFIs), wodurch die Genehmigung der Zeichnungen unterbrochen wird.

  2. Spezialmaterialien oder Dickbleche: Nichtstandard-Stahlsorten oder kundenspezifische Blechdicken, die nicht regelmäßig bei regionalen Servicecentern vorrätig sind.

  3. Komplexe Verbindungen und Geometrien: Hochgradig detaillierte Knotenverbindungen, gekrümmte Fachwerke oder schwere momentsteife Verbindungen erfordern längere Zeit für das Schweißen und die Prüfung.

  4. Komplexe Oberflächenbeschichtungen: Mehrschichtige Epoxid- oder Polyurethan-Lackierungen erfordern strikte Trockenintervalle zwischen den einzelnen Schichten; bei der Feuerverzinkung ist hingegen der Transport zu spezialisierten Tauchanlagen erforderlich.